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Wie schwer darf der Anhänger mit Führerschein Klasse B sein? Kurz gesagt: Einen Anhänger bis 750 kg zulässige Gesamtmasse dürfen Sie immer ziehen. Ein schwererer Anhänger ist erlaubt, wenn Auto und Anhänger zusammen höchstens 3.500 kg zulässige Gesamtmasse haben. Bis 4.250 kg brauchen Sie die Schlüsselzahl 96 (B96), darüber die Klasse BE. Außerdem darf die Anhängelast Ihres Autos nicht überschritten werden. Hier finden Sie die Regeln, die in Deutschland gelten.

Was darf ich mit Führerschein Klasse B ziehen?

Nach § 6 Abs. 1 FeV berechtigt die Klasse B zum Führen von Kraftfahrzeugen bis 3.500 kg zulässige Gesamtmasse, die für höchstens acht Personen außer dem Fahrer gebaut sind. Dazu dürfen Sie

  • einen Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von höchstens 750 kg ziehen, oder
  • einen Anhänger über 750 kg ziehen, wenn die zulässige Gesamtmasse der Kombination 3.500 kg nicht übersteigt.

Die zulässige Gesamtmasse der Kombination ist die Summe der zulässigen Gesamtmassen von Auto und Anhänger, ohne Stützlast. Mit einem Anhänger bis 750 kg kann die Kombination also bis zu 4.250 kg haben (3.500 kg + 750 kg).

Zulässige Gesamtmasse oder tatsächliches Gewicht?

Für den Führerschein zählt die zulässige Gesamtmasse aus den Fahrzeugpapieren, nicht das tatsächliche Gewicht. Ein leerer Anhänger mit 1.300 kg zulässiger Gesamtmasse zählt also mit 1.300 kg, auch wenn er gerade nur 300 kg wiegt.

So rechnen Sie nach

  • 1. Lesen Sie die zulässige Gesamtmasse Ihres Autos und des Anhängers in den Zulassungsbescheinigungen Teil I ab.
  • 2. Hat der Anhänger höchstens 750 kg zulässige Gesamtmasse? Dann reicht Klasse B.
  • 3. Hat der Anhänger mehr als 750 kg? Addieren Sie beide Werte. Bis 3.500 kg reicht Klasse B, bis 4.250 kg brauchen Sie B96, darüber BE.
  • 4. Prüfen Sie zusätzlich die Anhängelast Ihres Autos (siehe unten).

Beispiele:

  • Auto 2.000 kg + Anhänger 1.500 kg = 3.500 kg: Klasse B reicht.
  • Auto 2.100 kg + Anhänger 1.500 kg = 3.600 kg: B96 nötig.
  • Auto 3.000 kg + Anhänger 750 kg = 3.750 kg: Klasse B reicht, weil der Anhänger höchstens 750 kg hat.
  • Auto 2.400 kg + Anhänger 2.000 kg = 4.400 kg: BE nötig.

Was ist B96?

Mit der Schlüsselzahl 96 dürfen Sie mit einem Auto der Klasse B einen Anhänger über 750 kg ziehen, wenn die zulässige Gesamtmasse der Kombination mehr als 3.500 kg, aber höchstens 4.250 kg beträgt (§ 6a FeV). Sie brauchen dafür keine Prüfung, sondern eine Fahrerschulung in einer Fahrschule von mindestens sieben Stunden, davon mindestens 2,5 Stunden Theorie und 3,5 Stunden praktische Übungen (Anlage 7a FeV). Den Nachweis legen Sie bei der Fahrerlaubnisbehörde vor. Das Mindestalter ist 18 Jahre, beim Begleiteten Fahren ab 17 Jahre 17 Jahre.

Wann brauche ich die Klasse BE?

Die Klasse BE gilt für Kombinationen aus einem Zugfahrzeug der Klasse B und einem Anhänger mit höchstens 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse (§ 6 Abs. 1 FeV). Wer schon die Klasse B hat, braucht für BE nur eine praktische Prüfung (§ 15 Abs. 2 FeV). Das Mindestalter ist 18 Jahre, beim Begleiteten Fahren ab 17 Jahre 17 Jahre (§ 10 FeV). Für einen Anhänger über 3.500 kg hinter einem Auto der Klasse B brauchen Sie die Klasse C1E (Kombination bis 12.000 kg).

Wo finde ich die Anhängelast meines Autos?

Der Führerschein ist nur die eine Hälfte. Ihr Auto darf auch technisch nicht mehr ziehen, als zugelassen ist. In der Zulassungsbescheinigung Teil I steht die technisch zulässige Anhängelast für gebremste Anhänger im Feld O.1 und für ungebremste Anhänger im Feld O.2.

Nach § 42 StVZO darf die Anhängelast bei einem Pkw die zulässige Gesamtmasse des Autos nicht übersteigen (bei Geländefahrzeugen das 1,5-Fache) und nicht höher sein als der vom Hersteller angegebene Wert. Das tatsächliche Gewicht des Anhängers darf in keinem Fall mehr als 3.500 kg betragen. Ein ungebremster Anhänger darf höchstens die Hälfte des um 75 kg erhöhten Leergewichts des Autos und höchstens 750 kg wiegen, siehe Regeln für ungebremste Anhänger.

Auch die Stützlast zählt: mindestens 4 % des tatsächlichen Anhängergewichts, mehr als 25 kg sind nicht erforderlich, und nie mehr als der niedrigste zulässige Wert von Auto, Anhängerkupplung und Kupplungskopf (§ 44 Abs. 3 StVZO).

Gilt das auch für ältere Führerscheine?

Fahrerlaubnisse, die bis zum 15. Juli 2019 erteilt wurden, behalten den Umfang ihrer bisherigen Berechtigungen (§ 6 Abs. 6 FeV mit Anlage 3). Ein alter Führerschein, zum Beispiel der Klasse 3, kann daher mehr erlauben als die heutige Klasse B. Was genau, steht in Anlage 3 der FeV. Im Zweifel fragen Sie bei Ihrer Fahrerlaubnisbehörde nach.

Was passiert, wenn ich die falsche Klasse habe?

Wer eine Kombination fährt, für die seine Fahrerlaubnis nicht reicht, fährt ohne Fahrerlaubnis. Das ist eine Straftat und wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft (§ 21 StVG). Strafbar macht sich auch der Halter, der das zulässt.

Wie schnell darf ich mit Anhänger fahren?

Mit Pkw und Anhänger gilt außerorts und auf der Autobahn höchstens 80 km/h, mit Tempo-100-Zulassung 100 km/h auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen. Mehr dazu im Ratgeber Höchstgeschwindigkeit mit Anhänger.

Vor der Fahrt prüfen

Unabhängig vom Führerschein muss der Anhänger richtig angekuppelt und verkehrssicher sein. Prüfen Sie den Kupplungskopf, bei gebremsten Anhängern das Abreißseil, und die Beleuchtung. Mehr dazu unter Achslast beim Anhänger und Reifendruck beim Anhänger.

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