Zum Inhalt springen

Beim Anhängergewicht gibt es mehrere Werte, die leicht verwechselt werden. Kurz gesagt: Die Leermasse ist das, was der Anhänger leer wiegt. Die zulässige Gesamtmasse ist das Höchstgewicht mit Ladung. Die Differenz ist die Nutzlast, also wie viel Sie zuladen dürfen. Dazu kommen die Anhängelast Ihres Autos (Felder O.1 und O.2 in der Zulassungsbescheinigung Teil I) und die Stützlast auf der Anhängerkupplung. Hier erklären wir, was die Werte bedeuten, wo sie stehen und was in Deutschland gilt.

Welche Gewichtsangaben stehen in der Zulassungsbescheinigung?

Die wichtigsten Werte finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I (früher Fahrzeugschein), beim Anhänger ebenso wie beim Zugfahrzeug:

  • F.1: technisch zulässige Gesamtmasse in kg
  • F.2: im Zulassungsmitgliedstaat zulässige Gesamtmasse in kg – das ist der Wert, der für Sie im Betrieb gilt
  • G: Masse des in Betrieb befindlichen Fahrzeugs (Leermasse) in kg
  • 7.1 bis 7.3: technisch zulässige Achslast je Achse, 8.1 bis 8.3: im Zulassungsmitgliedstaat zulässige Achslast
  • O.1: technisch zulässige Anhängelast gebremst, O.2: ungebremst (beim Zugfahrzeug)
  • 13: Stützlast in kg

Was ist der Unterschied zwischen Leermasse und zulässiger Gesamtmasse?

Die Leermasse (Feld G) ist das Gewicht des betriebsfertigen Fahrzeugs ohne Ladung, mit aller fest zugehörigen Ausrüstung (§ 42 Abs. 3 StVZO). Die zulässige Gesamtmasse (Feld F.2) ist das höchste Gewicht, das der Anhänger mit Ladung haben darf. Zulässige Achslast und zulässige Gesamtmasse müssen im Betrieb eingehalten werden (§ 34 Abs. 3 StVZO).

Wie berechne ich die Nutzlast?

Die Nutzlast ziehen Sie selbst aus den Papieren: zulässige Gesamtmasse minus Leermasse. Ein Anhänger mit 750 kg zulässiger Gesamtmasse und 200 kg Leermasse darf also mit 550 kg beladen werden. Denken Sie daran, dass alles, was Sie nachträglich anbauen – zum Beispiel Plane, Aufsatzbordwände oder Rampen –, zum Gewicht zählt und die Nutzlast verringert. Wiegen Sie den Anhänger nach solchen Umbauten am besten einmal leer.

Wie viel wiegt ein normaler Anhänger?

Ein typischer Pkw-Anhänger für den Privatgebrauch wiegt leer oft zwischen 150 und 500 kg. Kleine Kastenanhänger liegen meist am unteren Ende, größere Anhänger mit Plane, Hochlader oder Anhänger mit zwei Achsen am oberen. Das ist ein Erfahrungswert, kein Grenzwert – maßgeblich ist die Leermasse in Ihren Papieren.

Was ist die Anhängelast und wo steht sie?

Die Anhängelast ist das höchste Gewicht, das Ihr Auto ziehen darf. Sie steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I des Zugfahrzeugs: im Feld O.1 für gebremste und im Feld O.2 für ungebremste Anhänger. Verglichen wird mit dem tatsächlichen Gewicht des beladenen Anhängers, nicht mit seiner zulässigen Gesamtmasse. Ein Anhänger mit 1.300 kg zulässiger Gesamtmasse darf also auch hinter einem Auto mit 1.000 kg Anhängelast gezogen werden, wenn er dabei tatsächlich höchstens 1.000 kg wiegt.

Die Grenzen dafür stehen in § 42 StVZO: Bei einem Pkw darf der gebremste Anhänger tatsächlich nie mehr als 3.500 kg wiegen, und die Anhängelast darf weder die zulässige Gesamtmasse des Autos noch den Wert des Herstellers übersteigen (bei Geländefahrzeugen bis zum 1,5-Fachen der zulässigen Gesamtmasse). Ein ungebremster Anhänger darf höchstens die Hälfte der um 75 kg erhöhten Leermasse des Autos und höchstens 750 kg wiegen. Mehr dazu unter Regeln für ungebremste Anhänger.

Was ist die Stützlast?

Die Stützlast ist die Kraft, mit der die Deichsel des Anhängers von oben auf die Kugel der Anhängerkupplung drückt. Nach § 44 Abs. 3 StVZO muss sie bei Anhängern bis 3,5 t mindestens 4 % des tatsächlichen Anhängergewichts betragen, mehr als 25 kg sind dafür aber nicht erforderlich. Gleichzeitig darf sie nie höher sein als der niedrigste zulässige Wert von Auto, Anhängerkupplung und Kupplungskopf. Die Stützlast des Autos steht im Feld 13 der Zulassungsbescheinigung, die Werte von Anhängerkupplung und Kupplungskopf auf deren Typenschildern.

Zu wenig Stützlast macht das Gespann unruhig und kann es ins Schlingern bringen, zu viel belastet die Hinterachse des Autos. Nutzen Sie die zulässige Stützlast möglichst aus und laden Sie schwere Gegenstände über oder knapp vor die Achse. Mit einem Stützrad mit Stützlastanzeige können Sie die Stützlast einfach kontrollieren.

Wo kann ich meinen Anhänger wiegen?

Am genauesten geht es auf einer Fahrzeugwaage, wie es sie zum Beispiel an manchen Wertstoffhöfen, im Landhandel oder bei Speditionen gibt. Wiegen Sie zuerst das ganze Gespann und dann nur das Auto – die Differenz ist das tatsächliche Gewicht des Anhängers. Können Sie bei einer Kontrolle nicht glaubhaft machen, dass die zulässigen Gewichte eingehalten sind, kann die kontrollierende Stelle verlangen, dass Sie das Fahrzeug auf einer Waage wiegen lassen (§ 31c StVZO). Was dann gilt, lesen Sie unter Überladung beim Anhänger.

Was passiert beim Beladen?

Beim Beladen steigt das tatsächliche Gewicht des Anhängers, die Leermasse bleibt gleich. Die zulässige Gesamtmasse, die zulässige Achslast und die Anhängelast des Autos dürfen dabei nicht überschritten werden. Verteilen Sie die Ladung gleichmäßig, das Schwerste nach unten und über die Achse, und sichern Sie alles mit Spanngurten und Ladungsnetzen. Mehr dazu unter Beladung und Ladungssicherung und Achslast beim Anhänger.

Kann ich die zulässige Gesamtmasse meines Anhängers ändern?

Eine Auflastung (höhere zulässige Gesamtmasse) oder Ablastung (niedrigere) ist möglich, aber nicht einfach durch Eintragen. Der Anhänger muss für das neue Gewicht technisch geeignet sein – Achse, Bremse, Reifen und Kupplungskopf eingeschlossen. Eine Änderung der Achslasten oder der Gesamtmasse müssen Sie der Zulassungsbehörde unverzüglich mitteilen und dabei die Zulassungsbescheinigung Teil I vorlegen (§ 15 Abs. 1 FZV). Welche Nachweise nötig sind, klären Sie vorher mit einer Prüforganisation. Mehr dazu unter Prüfung nach Umbau des Anhängers. Ein Bauteil mit höherer Tragfähigkeit, zum Beispiel eine stärkere Achse, erhöht die zulässige Gesamtmasse nicht von selbst.

Warum ist der richtige Reifendruck wichtig?

Ein schwer beladener Anhänger braucht den richtigen Reifendruck, damit er stabil läuft und die Reifen nicht überhitzen. Zu wenig Druck verschlechtert das Fahrverhalten und erhöht den Verschleiß. Den passenden Wert finden Sie in den Angaben des Reifen- oder Anhängerherstellers. Mehr dazu unter Reifendruck beim Anhänger, passende Anhängerräder finden Sie in unserem Sortiment.

Wie schwer darf mein Anhänger mit meinem Führerschein sein?

Das hängt sowohl von Ihrem Auto als auch von Ihrem Führerschein ab. Für den Führerschein zählt die zulässige Gesamtmasse aus den Papieren, nicht das tatsächliche Gewicht. Lesen Sie dazu Wie schwer darf der Anhänger mit Führerschein Klasse B sein? und Führerscheinklassen für Pkw und Anhänger.

Sind Sie hier richtig?

Wählen Sie Ihr Land, damit wir die richtigen Preise, Lieferbedingungen und Händler anzeigen.