Überladung beim Anhänger: Bußgeld, Punkte und was Sie beachten müssen
Ein Anhänger ist überladen, wenn er beladen mehr wiegt als seine zulässige Gesamtmasse, wenn eine Achse mehr trägt als zugelassen oder wenn er schwerer ist als die Anhängelast Ihres Autos. Kurz gesagt: Überladung kann ein Bußgeld und ab einer bestimmten Überschreitung einen Punkt in Flensburg nach sich ziehen. Bei einer Kontrolle müssen Sie außerdem abladen oder umladen, bevor Sie weiterfahren. Hier finden Sie die Regeln, die in Deutschland gelten, und wie Sie Überladung vermeiden.
Wann ist ein Anhänger überladen?
Es gelten mehrere Grenzen gleichzeitig. Überladen ist der Anhänger, sobald eine davon überschritten ist:
- Zulässige Gesamtmasse des Anhängers: Das tatsächliche Gewicht von Anhänger und Ladung darf den Wert im Feld F.2 der Zulassungsbescheinigung Teil I des Anhängers nicht übersteigen.
- Zulässige Achslast: Keine Achse darf mehr tragen, als in den Feldern 8.1 bis 8.3 steht.
- Anhängelast des Autos: Der beladene Anhänger darf nicht schwerer sein als die Anhängelast im Feld O.1 (gebremst) oder O.2 (ungebremst) der Zulassungsbescheinigung des Autos.
- Zulässige Gesamtmasse des Autos: Auch das Zugfahrzeug selbst darf mit Insassen, Gepäck und Stützlast nicht zu schwer sein.
- Stützlast: Sie darf den niedrigsten zulässigen Wert von Auto, Anhängerkupplung und Kupplungskopf nicht überschreiten und muss mindestens 4 % des tatsächlichen Anhängergewichts betragen, mehr als 25 kg sind aber nicht erforderlich (§ 44 Abs. 3 StVZO).
Zulässige Achslast und zulässige Gesamtmasse müssen im Betrieb eingehalten werden (§ 34 Abs. 3 StVZO), ebenso die Anhängelast (§ 42 StVZO). Ist die Anhängelast Ihres Autos niedriger als die zulässige Gesamtmasse des Anhängers, dürfen Sie den Anhänger also nicht voll beladen. Was Leermasse, zulässige Gesamtmasse und Nutzlast bedeuten, erklärt der Ratgeber Anhängergewicht.
Warum ist Überladung gefährlich?
Ein überladener Anhänger bremst schlechter, der Bremsweg wird länger und das Gespann neigt eher zum Schlingern. Achse, Radlager, Reifen und Radbremsen werden stärker belastet, als sie ausgelegt sind, und verschleißen schneller. Eine falsche Stützlast macht das Gespann zusätzlich instabil: Zu wenig Stützlast kann den Anhänger ins Schlingern bringen, zu viel belastet die Hinterachse des Autos. Mehr dazu unter Achslast beim Anhänger.
Welches Bußgeld droht bei Überladung?
Wer mit überschrittener zulässiger Achslast, zulässiger Gesamtmasse oder Anhängelast fährt, muss mit einem Bußgeld rechnen, ab einer bestimmten Überschreitung auch mit einem Punkt in Flensburg. Wie hoch das Bußgeld ist und ab wann ein Punkt dazukommt, hängt davon ab, um wie viel Prozent das Gewicht überschritten ist und um welches Fahrzeug es sich handelt. Die Regelsätze stehen in der Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV, Nummern 198 und 199 mit Tabelle 3 des Anhangs), die Punkte in Anlage 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Ein Fahrverbot ist für Überladung im Bußgeldkatalog nicht vorgesehen.
Falsche Stützlast
Auch wer mit einem einachsigen Anhänger fährt, dessen zulässige Stützlast um mehr als 50 % über- oder unterschritten ist, muss mit einem Bußgeld und einem Punkt rechnen (BKatV Nr. 217).
Wer bekommt das Bußgeld?
Der Fahrer ist verantwortlich, wenn er das überladene Gespann in Betrieb nimmt (BKatV Nr. 198). Auch der Halter kann ein Bußgeld bekommen, wenn er die Fahrt angeordnet oder zugelassen hat (BKatV Nr. 199). Leihen Sie einen Anhänger aus oder leihen Sie sich einen, sollten also beide die Gewichte im Blick haben.
Muss ich bei einer Kontrolle abladen?
Ja. Können Sie bei einer Kontrolle nicht glaubhaft machen, dass die zulässigen Gewichte eingehalten sind, kann die kontrollierende Stelle verlangen, dass Sie das Fahrzeug auf einer Waage oder mit einem Achslastmesser wiegen lassen. Wird eine Überladung festgestellt, kann angeordnet werden, dass Sie einen Teil der Ladung abladen oder umladen, bevor Sie weiterfahren. Die Kosten für das Wiegen und das Abladen trägt der Halter (§ 31c StVZO). Wer der Anordnung nicht folgt, muss mit einem weiteren Bußgeld rechnen (BKatV Nr. 254).
Hat Überladung Folgen für die Versicherung?
In Deutschland braucht jeder zulassungspflichtige Anhänger eine eigene Haftpflichtversicherung. Ob eine Überladung Folgen für Ihren Versicherungsschutz hat – etwa ob die Versicherung nach einem Unfall Geld von Ihnen zurückfordern kann oder eine Kaskoversicherung weniger zahlt –, steht in Ihren Versicherungsbedingungen. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Versicherung nach. Mehr dazu im Ratgeber Braucht ein Anhänger eine Versicherung?
Wie vermeide ich Überladung?
- Papiere prüfen: Lesen Sie die zulässige Gesamtmasse und die Leermasse des Anhängers sowie die Anhängelast und die Stützlast Ihres Autos in den Zulassungsbescheinigungen ab. Die Differenz zwischen zulässiger Gesamtmasse und Leermasse ist Ihre Nutzlast.
- Im Zweifel wiegen: Kies, Sand, Erde, Grünschnitt und nasses Holz sind oft schwerer, als man denkt. Wie Sie das Gespann auf einer Fahrzeugwaage wiegen, lesen Sie unter Anhängergewicht.
- Richtig verteilen: Schweres nach unten und über oder knapp vor die Achse, damit die Stützlast stimmt. Mit einem Stützrad mit Stützlastanzeige können Sie die Stützlast kontrollieren.
- Ladung sichern: mit Spanngurten und Ladungsnetzen. Mehr dazu unter Beladung und Ladungssicherung.
- Reifendruck anpassen: Ein schwer beladener Anhänger braucht oft mehr Luftdruck als ein leerer, siehe Reifendruck beim Anhänger.
Wie schwer Ihr Anhänger mit Ihrem Führerschein sein darf, lesen Sie unter Wie schwer darf der Anhänger mit Führerschein Klasse B sein? und Führerscheinklassen für Pkw und Anhänger.
Zusammenfassung
Überladung kann ein Bußgeld und einen Punkt in Flensburg kosten, und bei einer Kontrolle müssen Sie abladen, bevor Sie weiterfahren. Halten Sie zulässige Gesamtmasse, Achslast, Anhängelast und Stützlast ein, verteilen Sie die Ladung richtig und wiegen Sie im Zweifel nach.