Vorschriften und Prüfung
Anhängerprüfung – Regeln, Checkliste und häufige Mängel
Was sollten Sie vor der HU am Anhänger kontrollieren? Kurz gesagt: Beleuchtung und Rückstrahler, Steckvorrichtung und Kabel, Reifen mit mindestens 1,6 mm Profiltiefe, Räder und Radlager, Bremsen mit Auflaufeinrichtung und Abreißseil, Kupplungskopf, Rahmen sowie Kennzeichen und Fahrzeug-Identifizierungsnummer. Vieles davon können Sie zu Hause prüfen und verschlissene Teile vor dem Termin tauschen. Das verringert das Risiko, dass der Prüfer Mängel feststellt und eine Nachprüfung nötig wird. Hier ist unsere Checkliste für die Hauptuntersuchung (HU) in Deutschland.
Checkliste für die HU am Anhänger
Gehen Sie diese Punkte einige Tage vor dem Termin durch, damit Sie verschlissene Teile noch rechtzeitig ersetzen können:
- Beleuchtung: Schlussleuchten, Bremsleuchten, Blinker, Nebelschlussleuchte und Kennzeichenbeleuchtung funktionieren, Lichtscheiben sind nicht gebrochen.
- Rückstrahler: die zwei dreieckigen roten Rückstrahler hinten und alle weiteren Rückstrahler sind vorhanden und unbeschädigt.
- Elektrik: Stecker und Kabel sind unbeschädigt und haben guten Kontakt.
- Reifen: keine Schäden oder Risse und mindestens 1,6 mm Profiltiefe im Hauptprofil.
- Räder und Radlager: kein Spiel, keine Geräusche, Radmuttern oder Radschrauben fest.
- Bremsen (gebremster Anhänger): Bremsen ziehen gleichmäßig, nichts schleift, Auflaufeinrichtung und Feststellbremse funktionieren.
- Abreißseil (gebremster Anhänger): unbeschädigt und richtig befestigt.
- Kupplungskopf: schließt sicher auf der Kugel, kein übermäßiges Spiel oder Verschleiß.
- Rahmen und Zugeinrichtung: keine Risse, Verformungen oder starke Korrosion, keine losen Teile.
- Kennzeichen und Fahrzeug-Identifizierungsnummer: vorhanden, fest und lesbar.
- Sauberer Anhänger: Schmutz entfernen, damit der Prüfer alle Teile sehen kann.
Wie prüfe ich Beleuchtung und Elektrik am Anhänger?
Kuppeln Sie den Anhänger an das Zugfahrzeug an und bitten Sie jemanden, hinter dem Anhänger zu schauen, während Sie das Licht einschalten, bremsen, nach beiden Seiten blinken und die Nebelschlussleuchte einschalten. Prüfen Sie auch die Kennzeichenbeleuchtung und achten Sie auf gebrochene Lichtscheiben und beschädigte Rückstrahler. Bei der HU werden Leuchten, Rückstrahler und die elektrische Verbindung zum Zugfahrzeug geprüft (Anlage VIIIa Nr. 6.4 StVZO).
Leuchtet etwas schwach oder gar nicht, liegt das oft an verschmutzten oder korrodierten Kontakten im Stecker oder an einem beschädigten Kabel. Welche Beleuchtung vorgeschrieben ist, lesen Sie im Ratgeber Anhängerbeleuchtung, Schaltpläne finden Sie unter Wartung der Beleuchtung und Schaltpläne. Ersatzteile gibt es unter Rückleuchten, Kennzeichenleuchten, Rückstrahler, Glühlampen, Stecker, Kabel und Verbinder und Adapter.
Welche Profiltiefe brauchen die Reifen am Anhänger?
Die Reifen am Anhänger müssen im Hauptprofil am ganzen Umfang eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm haben. Als Hauptprofil gelten die breiten Profilrillen im mittleren Bereich der Lauffläche, der etwa drei Viertel der Laufflächenbreite einnimmt (§ 36 Abs. 3 StVZO). Schauen Sie außerdem nach Rissen, Beulen und Schnitten in der Lauffläche und an den Flanken.
Mehr zum Luftdruck lesen Sie im Ratgeber Reifendruck am Anhänger. Ersatz finden Sie unter Anhängerräder und Felgen.
Wie prüfe ich Räder und Radlager?
Heben Sie ein Rad nach dem anderen an und sichern Sie den Anhänger. Fassen Sie das Rad oben und unten und versuchen Sie, es zu kippen. Spüren Sie Spiel, kann das Radlager verschlissen sein. Drehen Sie das Rad dann und hören Sie auf schleifende oder mahlende Geräusche. Prüfen Sie auch, ob Radmuttern oder Radschrauben fest sitzen und die Felgen unbeschädigt sind. Neue Radlager finden Sie in unserem Sortiment, mehr zu Achsen im Ratgeber Anhängerachsen.
Wie prüfe ich Bremsen und Auflaufbremse?
Bei gebremsten Anhängern prüft der Prüfer die Bremsanlage mit Auflaufeinrichtung, die Wirkung der Feststellbremse und die Funktion der Abreißsicherung (Anlage VIIIa Nr. 6.1 StVZO). So können Sie vorab selbst testen:
- Schieben Sie den Anhänger von Hand. Er sollte leicht rollen und nicht von selbst bremsen.
- Ziehen Sie die Feststellbremse an und prüfen Sie, ob der Anhänger sicher steht.
- Drücken Sie bei abgekuppeltem Anhänger auf die Zugeinrichtung. Großes Spiel oder eine schwergängige Auflaufeinrichtung deuten auf Verschleiß hin.
- Zieht der Anhänger beim Bremsen schief, ruckt er oder werden die Bremstrommeln heiß, müssen die Bremsen eingestellt oder Teile ersetzt werden.
Wie die Auflaufbremse arbeitet, erklärt der Ratgeber Wie funktioniert die Auflaufbremse? Ersatzteile finden Sie unter Bremsbacken, Bremsseile, Radbremsen, Auflaufeinrichtungen und Ersatzteile für Auflaufeinrichtungen.
Worauf achte ich bei Kupplungskopf und Abreißseil?
Der Kupplungskopf muss sicher auf der Kugel des Zugfahrzeugs schließen und darf nicht beschädigt, schwergängig oder übermäßig verschlissen sein. Viele Kupplungsköpfe haben eine Verschleißanzeige. Prüfen Sie außerdem, ob der Kupplungskopf fest an der Zugeinrichtung sitzt.
Am gebremsten Anhänger muss das Abreißseil unbeschädigt sein und die Bremse betätigen können, wenn sich der Anhänger löst. Tauschen Sie es, wenn es aufgescheuert, geknickt oder korrodiert ist oder die Befestigung beschädigt ist. Ersatz finden Sie unter Kupplungsköpfe und Abreißseile. Was für Anhänger ohne eigene Bremse gilt, lesen Sie im Ratgeber ungebremste Anhänger.
Spielen Rost und Rahmen bei der HU eine Rolle?
Ja. Rahmen, tragende Teile und Aufbau werden auf Risse, Verformungen und Korrosion geprüft (Anlage VIIIa Nr. 6.6 StVZO). Leichter Oberflächenrost ist in der Regel unkritisch, solange das Material nicht geschwächt ist. Klopfen Sie verdächtige Stellen ab. Achten Sie auch darauf, dass Kotflügel, Bordwände und Stützrad fest sitzen und sich unterwegs nichts lösen kann. Neue Kotflügel finden Sie unter Kotflügel.
Kennzeichen, Papiere und Termin
Das amtliche Kennzeichen muss vorhanden, fest und lesbar sein, und die Fahrzeug-Identifizierungsnummer am Rahmen sollte gut zu erkennen sein. Beides gehört zur Identifizierung bei der HU (Anlage VIIIa Nr. 6.10 StVZO). Nehmen Sie die Zulassungsbescheinigung Teil I mit. Haben Sie den Anhänger umgebaut, lesen Sie vorher den Ratgeber Änderungen am Anhänger – Betriebserlaubnis und Abnahme.
Wann die HU fällig ist, zeigt die Prüfplakette auf dem hinteren Kennzeichen. Anhänger bis 750 kg zulässiges Gesamtgewicht oder ohne eigene Bremse müssen erstmals nach 36 Monaten und danach alle 24 Monate zur HU, Anhänger über 750 kg bis 3,5 t alle 24 Monate. Mehr dazu im Ratgeber Wie oft muss ein Anhänger zur Prüfung?
Was passiert, wenn der Prüfer Mängel findet?
Bei geringen Mängeln kann der Anhänger trotzdem eine Plakette bekommen, Sie müssen die Mängel aber spätestens innerhalb eines Monats beheben lassen. Bei erheblichen oder gefährlichen Mängeln gibt es keine Plakette, und der Anhänger muss innerhalb eines Monats nach dem Tag der HU zur Nachprüfung. Ist der Anhänger verkehrsunsicher, wird die vorhandene Plakette entfernt und er darf nicht mehr gefahren werden (Anlage VIII Nr. 3.1.4 StVZO). Mehr dazu in den Ratgebern Was wird bei der Anhängerprüfung kontrolliert? und Anhänger bei der Prüfung durchgefallen.
Zusammenfassung – Checkliste für die HU
Mit einer Checkliste für die HU finden Sie typische Mängel am Anhänger rechtzeitig. Beginnen Sie mit Beleuchtung und Elektrik, prüfen Sie dann Reifen, Räder und Bremsen und zum Schluss Kupplungskopf, Abreißseil, Rahmen und Kennzeichen. Ein sauberer Anhänger erleichtert dem Prüfer die Arbeit.

